Schriftstellerei

Soeben erschienen, mein erstes Buch:

“ Die Wahrheit des Absurden“

Bestellung:
Das Buch kann ab sofort per Mail (anton@antonline.ch) zum Preis von 20.- plus Porto bestellt werden.

ISBN: 978-3-9523955-7-8
Es ist soweit: Seit über 10 Jahren schreibe ich regelmässig Kolumnen für eine Wochenzeitung. Die absurden Geschichten scheinen die Leser ebenso zu verunsichern, als auch zu begeistern. Immer wieder wurde angeregt, die Texte gesammelt in Buchform heraus zu geben. Dem kann nun entsprochen werden: Das Buch trägt den Titel: „Das AntWort – Die Wahrheit des Absurden.“ In 40 Kurzgeschichten wird der Irrsinn unserer Welt gewürdigt.

Leseproben:

Drogen und Kreativität

Wohin mit meinem Geld ?

Ich will mein AKW

Zwölf Jahre abgemeldet

Drogen und Kreativität

Mein Freund der Manuel ist felsenfest davon überzeugt: Drogen fördern die Kreativität. Obwohl ich seine Theorie für einen Irrtum halte, lasse ich mich schlussendlich zu einem Selbstversuch überreden und zwar beim Schreiben dieser Kolumne. Auf meinem Schreibtisch liegen: Ein Joint, drei Gramm Kokain, eine LSD-Tablette, und eine Flasche Whiskey. Nach den ersten fünf Joint-Zügen bin ich total enttäuscht: Ausser einem nicht mehr enden wollenden Hustenanfall, stelle ich überhaupt nichts fest. Doch nach zwanzig Minuten spüre ich plötzlich eine unendliche Liebe zu Ihnen liebe LeserInnen. Ich realisiere, wie wir alle im Universum spirituell miteinander verbunden sind. Ich möchte Sie umarmen, küssen und nackt bei Vollmond mit Ihnen eng umschlungen in einer Schwitzhütte schwitzen. Doch plötzlich fühle ich eine unendliche Müdigkeit. Ich mag nicht mehr schreiben und freue mich deshalb auf das Kokain. Nachdem meine Nasenscheidewand das Kokain brav ins Blut übergeben hat, macht sich nun deutlich der lang ersehnte Kick bemerkbar. Schaffte ich mit Marihuana noch durchschnittlich vier Anschläge pro Minute, so sind es jetzt gut viertausend. Ja ich fliege förmlich über diese Kolumne, meine Kreativität ist grenzenlos und ich weiss: Ich bin der beste Kolumnen-Schreiber, den die Welt je hervor gebracht hat. Und das ist die beste Kolumne, welche je geschrieben wurde! Und Sie haben das grosse Glück, diese zu lesen. Einzig meine nicht mehr enden wollende Erektion stört mich langsam. Zeit also, das LSD einzuwerfen. Nach zwei Stunden kann ich Sie endlich sehen. Ja ich meine Sie, wie Sie mit ihrem dämlichen Gesicht meine Kolumne lesen. Und noch verrückter; ich bin hellsichtig, ich weiss, was Sie denken! Sie denken: „Der Anton der spinnt“. Doch das lasse ich mir nicht bieten! Glauben Sie ja nicht, dass Sie vor mir sicher sind, sie feige Lese-Ratte! Ich weiss haargenau wo Sie sind. In wenigen Minuten stehe ich vor Ihnen und dann werde ich Sie bearbeiten, dass Sie sich nach Krücken sehnen. Ich rege mich derart auf, dass ich die halbe Whiskey-Flasche in einem Zug runterkippe… und nach zehn Minuden fülle ich mik dotal reläxt,…alles ist isy…am tonnersdag habe ig gebürsdag… und die golumne gann ich ja ……tann auch no am …friti oder samdag….reiben…wen überhoubt.

Wohin mit meinem Geld ?

Vor drei Jahren ereilte mich aus den USA die Nachricht, dass Onkel Heinz 97-jährig verstorben sei. Ehrlich gesagt, wahnsinnig traurig war ich nicht über diese Nachricht, hatte ich doch Onkel Heinz zeitlebens nie gekannt. Da Onkel Heinz selbst keine Familie hatte, war ich der einzige noch lebende Verwandte und somit der Alleinerbe. Nach Abzug der Erbschaftssteuer wurde mir die relativ beachtliche Summe von 6,7 Milliarden Dollar überwiesen. Man muss dazu wissen, dass Onkel Heinz das weltbekannte Heinz-Tomato-Ketchup erfunden hatte. Bei seinem Tod beschäftigte sein Weltkonzern rund um den Globus über 65`000 MitarbeiterInnen. Ob sie es glauben oder nicht, als ich die 6,7 Milliarden erhielt, fühlte ich mich etwas befremdet und bedrückt. Da müht man sich ein Leben lang ab und ist froh, wenn man am Ende des Monats die Rechnungen bezahlen kann und plötzlich hat man 6.7 Milliarden in den Taschen. Noch verschärfend auf das Problem des vielen Geldes wirkte sich meine ebenfalls zu diesem Zeitraum begonnene Leidenschaft des Lottospielens aus. Meine hellsichtige Ader führt dazu, dass ich die sechs Richtigen immer im voraus weiss. Diese Ader habe ich übrigens von Gross-Tante Ida : Sie konnte immer die Härte der Winter der vergangenen Jahre voraussagen. Obwohl es sich bei den Lottogewinnen um vergleichsweise lächerliche Gewinnsummen in der Höhe zwischen einer halben und zwei Millionen handelt, begann mich mein unermesslicher Reichtum immer mehr zu belasten. Umsomehr als ich mir irgendwann all das angeschafft hatte, von dem ich je träumte. Irgend einmal kam ich an den Punkt, an dem ich einfach Alles besass, was ich je besitzen wollte. Auf stundenlangen Spaziergängen mit meinem afghanischen Hirtenhund überlege ich mir krampfhaft, was ich mir noch anschaffen könnte. Doch sobald mir etwas in den Sinn kommt, muss ich zu Hause enttäuscht feststellen, dass ich dieses Ding bereits besitze. Weil mich das viele Geld immer mehr belastet, habe ich vor zwei Monaten begonnen, jeden Abend ein paar Tausendernoten aus dem Fenster zu schmeissen. Vielleicht, liebe Leserin, lieber Leser, kommt ja Ihnen noch etwas in den Sinn, was ich mit meinen Milliarden anfangen könnte. Bitte nehmen Sie in diesem Fall mit mir Kontakt auf. Jedenfalls möchte ich endlich nicht mehr alleine im Lotto gewinnen und gebe deshalb (mit Gewähr) die Zahlen der nächsten Lotto – Ziehung bekannt: 5, 7, 13, 24, 27 40.

Ich will mein AKW

Schon als Bub war ich von AKW`s total fasziniert. Sie sind sauber, schön und machen keinen Lärm. Und nun wollen die plötzlich alle meine geliebten AKW`s abstellen. Und das nur, weil es da in Japan bei einem total abgelegenen AKW so ein paar kleine Probleme gegeben hat. Da muss man einfach unterscheiden: Das war in Japan, doch wir sind hier in der Schweiz und wir haben das alles im Griff. Nehmen wir zum Beispiel unser AKW in Mühleberg. Das hat sich 40 Jahre lang bewährt. Das wird sich auch noch weitere 100 Jahre bewähren. Immer wieder wird gesagt, die oberhalb des AKW`s liegende Staumauer sei eine Gefahr für das AKW. Das Gegenteil ist der Fall: Sollte es nämlich wirklich einmal zu einem GAU in Mühleberg kommen, so könnte man die Staumauer oberhalb des AKW`s sprengen und alle radioaktiven Teilchen würden mit der Flut via Aare und Rhein schön ins Ausland transportiert. Der Schweiz würde also überhaupt nichts passieren. Aber ich plädiere sowieso für viele kleine dezentrale AKW`s. So gäbe es überall neue Arbeitsplätze. Der Viehmarktplatz in Langnau oder der Platz vor der Kirche in Schüpfheim wären ideale Standorte. Vor zwölf Jahren habe ich zudem den AKW-Fan-Club Gysenstein gegründet. Ziel des Clubs ist es, auf dem Schulhausplatz von Gysenstein ein kleines AKW zu bauen. Für alle drei Standorte habe ich Baubewilligungen eingereicht. Aber es wird natürlich Jahre dauern, bis man etwas von den Behörden hört. Doch so lange mag ich nicht mehr warten. Ich habe deshalb ohne Bewilligung angefangen, mir mein eigenes kleines AKW im Keller zu bauen. Lüku, ein alter Kollege von mir, hat mal eine Lehre als Chemie-Laborant begonnen und der konnte mir ein paar Plutonium-Brennstäbe ausleihen. Nun bin ich damit am experimentieren. Und ich kann Ihnen versichern: Was die hysterischen Grünen da von gefährlicher Strahlung fantasieren, stimmt überhaupt nicht: Ich habe weder Strahlen gesehen noch habe ich je etwas verdächtiges gerochen. Einzig die grosse Hitze im Keller ist etwas mühsam. Meine Frau muss die ganze Nacht über mit dem Wasserschlauch die Brennstäbe kühlen, damit es nicht zu heiss wird. Falls Sie bei Ihnen zu Hause auch ein AKW einbauen möchten, bin ich Ihnen gerne behilflich. Und ich bin felsenfest davon überzeugt: Sogar Gott würde AKW`s bauen.

Zwölf Jahre abgemeldet

Ich habe eine natürliche Abneigung gegen Überfluss und Verschwendung. In einer Zeit, in der die Ressourcen immer knapper werden, gibt es nur eine Devise: Haushälterisch mit dem Vorhandenen umgehen, unter anderem zuerst einmal alle Vorräte aufbrauchen, bevor man sich mit neuen Dingen eindeckt. Und bevor ich gross andere kritisieren kann, muss ich vor der eigenen Türe wischen: Zuerst werde ich mal meine gesamte Musikbibliothek, die ich auf meiner Festplatte gespeichert habe, durchhören. Es sind dies 17`374 Titel. Die gesamte Hördauer für dieses Unterfangen beträgt laut dem Programm i-tunes 38,7 Tage. Da ich aber auch immer wieder ein paar Stunden schlafen muss, wird das systematische Anhören der ganzen Sammlung fast zwei Monate dauern. Anschliessend werde ich alle meine 427 Freunde, welche ich auf Facebook „besitze“, einmal persönlich besuchen. Denn was bringen mir Freunde, wenn ich sie nicht auch ab und zu real treffe? Diese Besuchstage werden mich ein Jahr und zwei Monate und drei Tage beanspruchen. Damit ist aber mit Reisen noch lange nicht fertig: Auf meinem Büchergestell stapeln sich die Wanderführer. Da viele meiner Freunde wissen, dass ich gerne wandere, aber nicht ahnen, dass ich in den letzten Jahren wegen chronischer Überbeschäftigung nie dazu kam, ist dies ein beliebtes Geburtstagsgeschenk. Mindestens zwei Wanderführer werde ich somit komplett durchwandern. Geschätzter Zeitaufwand: Eineinhalb Jahre. Danach will ich endlich mal alle Fotos auf meiner Harddisk sichten. In den letzten zehn Jahren haben sich da über fünftausend angesammelt. Ich werde sie sortieren, die unscharfen ausschauben und die besten ausdrucken lassen. Die ausgedruckten Fotos (ca. 900) werde ich dann erneut sortieren und in verschiedene Fotoalben kleben. Geschätzter Zeitaufwand hier: Drei Monate. Da sich in den Jahren, während denen ich all diese Arbeiten erledige, wieder neue Musik, Fotos und Wanderbücher ansammeln werden, müssen diese Sachen danach während ca. 16 Monaten aufgearbeitet werden.Dank unserer schönen neuen Welt des Überflusses, werde ich mich also insgesamt für zwölf Jahre vom normalen Alltagsleben abmelden. Bis bald.